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Porsche gegen Samsung – Der Vergleich (3)
22. Januar 2009 in Handy, Navigation, Porsche, Samsung i900 Omnia, Vergleichstest | Tags: 997, GPS-Navigation, i900, Navi, PCM, Route 66, Vergleich | Hinterlasse einen Kommentar
Navigationsgeräte im Praxistest. Die Fortsetzung.
Die Zieleingabe
Das Navi-Modul im Samsung macht hier eindeutig das Rennen. Danke Touchscreen ist eine Zieleingabe viel schneller möglich als beim „alten“ Porsche Navi (Modelljahr 2006). Zu dem hat das Handy den Vorteil, dass es auf in den Kontakten hinterlegte Daten zurückgreift und am Zielort vorhandene POI´s hinweist. Bei der Eingabe „Gau-Algesheim Binger Straße“ wird beispielsweise auf die Rheinwelle Bingen-Ingelheim hingewiesen. Zieleingabe leicht gemacht.
Beim Porsche muss jeder Buchstabe mit Drehrad angesteuert werden. Zuerst der Ort, dann die Straße. Und Sonderziele über einen weiteren Schritt. 30 Sekunden, die das Handy Vorsprung „rausfährt“.
Der Fahrtantritt
Im Porsche wird der Zielort bestätigt und binnen Sekunden ist das Auto per GPS geortet, die Route berechnet und die erste Ansage auf den Lautsprechern.
Zum i900 liest man zwar mehrfach in Foren, dass es 5 bis 10 Minuten und länger benötigt, bis der Standort ermittelt wurde. Das kann ich nicht bestätigen. Eine knappe Minute und auch das Samsung kennt Standort, Route und die erste Fahrtrichtung.
Doch hier geht der Punkt an den 911.
Die Fahrstrecke
Auf beiden Systemen wird die geschätzte Ankunftszeit und die Entfernung angezeigt. Die Strecke Chemnitz – Gau-Algesheim (Bingen) wird dabei von beiden Navis bis auf den Kilometer gleich angezeigt. Bei der errechneten Fahrzeit hat das Samsung 30 Minuten Vorsprung vor dem Sportwagen.
Einen ersten Ausfall gibt es bereits auf der A4 kurz nach Eisenach. Das Samsung-Navi rechnet den Standort scheinbar so genau auf eine nicht ganz so genaue Straßenkarte, dass es der Meinung ist, ich wär auf der falschen Straßenseite – als Geisterfahrer – unterwegs. „Bei nächster Gelegenheit bitte wenden“ heißt der Befehl der Dame im Gerät. Das kann schon mal verunsichern, wenn es sich auf 10 km ein paar Mal wiederholt.
Am Kirchheimer Dreieck registriert das Porsche-PCM dank TMC eine Stau vorm Frankfurter Nord-West-Kreuz und ermittelt eine Umleitung über die A7 und A3. Knapp 50 km Umweg und etwa 45 Minuten Zeitverlust heißt die Mitteilung im Display. Das Omnia hat keine TMC-Funktion. Der Stau wird nicht erkannt. Die Strecke bleibt unverändert.
Jetzt ist der Fahrer gefragt. Die Entscheidung: 45 Minuten Umweg ist unakzeptabel. Ich bleib auf der A5 und fahr auf den Stau zu.
Das PCM braucht nicht lange um meine Absicht zu bemerken und korrigiert die Strecke und die Ankunftszeit. Die TCM-Meldung ist verschwunden. 50 km und 45 Minuten gespart. Der Punkt geht unverdient ans i900 Omnia.
Doch auch auf der A5 hat das Handy Probleme mit der Straßenseite und erzählt mir mehrfach, dass ich bitte wenden solle. Armer Fahrer, der hier seiner Technik blind vertraut. Er wird nie ankommen und als Geisterfahrer enden. Ein No-go für´s Samsung.
Die Autobahnkreuze und -abfahrten um Frankfurt sind kein Problem. Beide Systeme sagen rechtzeitig die entsprechende Richtung und zeigen sie im Display an. Zum Blick aufs Porsche-Navi muss man den Kopf etwas senken. Das Samsung lässt sich am Schwanenhals etwas blicksicherer anordnen. Es vibriert jedoch etwas, was ein Ablesen etwas erschwert.
Die letzte Abfahrt Ingelheim-West. Die Kreisverkehre sind kein Problem. Die Ansagen gut und präzise. Das Ziel wird bei beiden punktgenau angesteuert. Das Omnia war etwas euphorisch bei der Fahrzeitermittlung. 10 Minuten Verspätung, was sicher am Tankstopp lag. Das Porsche-Navi war etwas vorsichtig bei der Fahrzeit. 20 Minuten zum Termin erschienen. Das ist aber die Ausnahme. Meist schafft man mit dem PCM ebenfalls Punktlandungen.
Das Ergebnis
Am Ende wird es ein Sieg für das Navigationssystem PCM 2 im Porsche 911 Carrera S.
Gut gestartet musste sich Route 66 auf dem Samsung i900 Omnia am Ende doch klar geschlagen geben. Die verwirrenden Ansagen auf der Autobahn haben einen großen Anteil daran. Sie dienen nicht der Verkehrssicherheit!
Navigation auf dem Handy (wohlgemerkt nicht übers Handy!) ist eine schöne Dreingabe. Dem fest eingebauten Navigationssystem mit DVD kann es aber nicht wirklich gefährlich werden. Die knapp 2.000 EUR sind jeden Cent davon wert.

